Streit am Arbeitsplatz

Wir streiten, ob es uns gefällt oder nicht. Es gehört zum Leben dazu. Missverständnisse und Konflikte passieren nicht nur im Privatleben, sondern auch im Arbeitsleben. Mitarbeiter können das Arbeitsleben versüßen. In Zeiten von Konflikten können sich diese negativ auf die Gesundheit auswirken. Wie kann ich Streit vermeiden? Was muss passieren, damit ich aus dem Streit herauskomme?


Nährboden für Konflikte

Die Mitarbeiterin verlässt pünktlich um 17 Uhr den Arbeitsplatz und überlässt einen Berg an Aufgaben der Kollegin, welche Überstunden machen muss. Der Mitarbeiter bleibt meist länger als die erlaubten 10 Minuten in der Kaffeepause und der Chef sagt nichts dazu. Der neue Mitarbeiter übernimmt geliebte Arbeiten einer Mitarbeiterin. Diese fühlt sich schlecht behandelt und bestraft den neuen Mitarbeiter dafür mit Ächtung.

 

Obige Beispiele sind Nährboden für plötzliche Vulkanausbrüche oder Intrigen im Büro. Doch ist ein Wutausbruch wirklich die Lösung?

  • Nimm dir einen Moment Zeit, um dich in die Position der anderen Person zu denken. Darf sie keine Überstunden mehr machen? Oder lässt die Kollegin dich wirklich regelmäßig hängen? In diesem Fall fällt es zwar schwer, diese auch noch wertzuschätzen, versuche es aber! Mache konkrete Vorschläge und einigt euch auf eine Deadline. Das Horror-Teammitglied wird wie ein Schulkind an die Hand genommen, doch wenn die wenigen netten Worte am Ende zum Erfolg führen, dann hat es sich doch gelohnt?

  • Warum sagt der Chef nichts zu den überzogenen Kaffeepausen? Arbeitet der Mitarbeiter täglich 10 Stunden und die überzogene Kaffeepause ist damit akzeptabel für den Chef? Wärst du bereit so viel Einsatz zu bringen? Oder verlässt du täglich deinen Arbeitsplatz pünktlich?
  • Wer hat entschieden, dass der neue Mitarbeiter die Aufgaben der Mitarbeiterin übernimmt? Mit ziemlicher Sicherheit hat die Entscheidung der Chef gefällt, und nicht der neue Mitarbeiter. Anstatt den neuen Mitarbeiter zu ächten, könntest du das Gespräch mit dem Chef suchen.


Der Klassiker

Wie bereits Paul Watzlawick sagte: „Wir können nicht nicht kommunizieren“. Kommunikation und die damit verbundenen Missverständnisse führen zu den meisten Konflikten. Wird ein Wort, dein Blick oder Geste anders interpretiert, kann es zu Fehlinterpretationen kommen. Und dabei hast du nur aus Müdigkeit gegähnt? Du bist während der Sitzung mit den Gedanken abgeschweift und hast gelächelt?


Gesprächsstrategie finden

Idealerweise können beide Konfliktpartner als Gewinner aussteigen. Schuld zuweisen und eigene Bedürfnisse mit Druck durchboxen wird zu mehr Spannungen führen. Im schlimmsten Falle führen diese zu weiteren Intrigen und Mobbing. Also ist das Ziel die eigenen Bedürfnisse und Gefühle mit denen des Gegenübers abzustimmen und eine gemeinsame Lösung zu finden. Lass die erste Wut verfliegen und suche das Gespräch erst mit einem klaren Kopf. Beide Parteien müssen den Willen zeigen zu einer Lösung zu kommen. Beide sollten zu Wort kommen. Dabei sollten Aussagen wie „du machst immer…“, „jedes Mal bist du …“ vermieden werden. Absolute Aussagen verhindern die Möglichkeit des Entgegenkommens seitens deines Gesprächspartners. Aussprechen lassen, auch wenn du den Drang verspürst zu reden, sollte Voraussetzung sein. Am Ende des Gesprächs sollten alle Lösungswege wiederholt werden und die Streitparteien verlassen das Gespräch mit einem guten Gefühl.


Wie streitet man sachlich?

Im Streit lässt sich Mann und Frau gerne von seinen Gefühlen übermannen. Das ist menschlich und gehört dazu, aber wie bleibt man sachlich während des Streites? Erstens, ich akzeptiere, dass es zwei unterschiedliche Meinungen und Sichtweisen gibt. Des Weiteren bleiben alte Wunden geschlossen. Ich konzentriere mich nur auf das aktuelle Streitthema. Anschuldigungen vermeide ich, also muss ich mehr in ICH-Botschaften sprechen. Wenn Emotionen überkochen, lege ich besser eine Pause ein. Notfalls ist es besser den Streit vom Chef schlichten zu lassen.


Langfristige Konflikte sind kostspielig

In deinem Team ist eitler Sonnenschein? Freu dich! Selbst wenn kurzfristige Konflikte auftreten, wird es dir nicht schaden. Langfristige Konflikte bedeuten jedoch Stress. Stress wiederum erhöht den Bluthochdruck, welcher zu Herzinfarkt und Schlaganfall führen kann. Auch kleine Konflikte können Mitarbeiter von der eigentlichen Arbeit ablenken. Sensible Persönlichkeiten besprechen die Problematiken mit ihren Partnern und Freunden zu Hause und leiden unter anderem unter Schlaflosigkeit.


Verhalten nach dem Krach

Es hat so richtig geknallt im Büro und am liebsten würdest du kündigen? Eine Kündigung ist nicht unbedingt die Lösung. Um sich abzukühlen, sollte man sich notfalls ein paar Tage aus dem Weg gehen. Doch eine Aussprache ist nötig! Sprich aktiv deinen Konfliktpartner an. Manchmal hilft es eine neutrale Umgebung zu suchen: Mittagessen im Restaurant, Kaffee in einer Bar oder weniger aufwendig ein Sitzungsraum. Zeige deinem Streitpartner, dass ihr unterschiedlicher Meinung seid, aber eine Einigung erzielen wollt. Selbst wenn die Einigung darauf abzielt, dass ihr beide unterschiedliche Meinungen habt. In jedem Fall muss nach dem Gespräch eine erneute Annäherung stattfinden. Ansonsten ist keine Zusammenarbeit mehr möglich, da der Streit immer zwischen euch stehen wird.

 

 

Fotoquellen: Hände, Vulkanausbruch, Kaffeepause, gähnende Katze, Gras wachsen lassen, Stress und Knall;
Quellen: hier, hier, hier und hier;

 




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